Der Lions Club Eschwege zu Gast beim Imkerverein Eschwege 1895 e.V. - Eschwege
Bienen, Bienenzucht und die Bedeutung der Bestäubung
Bienen sind weit mehr als fleißige Honigsammlerinnen: Sie sind unverzichtbare Helferinnen für unsere Natur, unsere Landwirtschaft und damit auch für unsere Ernährung. Wie faszinierend und vielseitig die Welt der Bienen ist, erlebten die Mitglieder des Lions Club Eschwege bei einem interessanten und anschaulichen Vortrag des Imkervereins Eschwege 1895 e. V.
Im Mittelpunkt des Abends standen die Lebensweise der Honigbiene, die Arbeit der Imkerinnen und Imker, die verschiedenen Bienenprodukte sowie vor allem die enorme Bedeutung der Bestäubungsleistung für Mensch und Natur.
Ein faszinierendes Volk mit großer Bedeutung
Ein Bienenvolk ist ein beeindruckendes Zusammenspiel vieler einzelner Tiere. Die Bienen übernehmen dabei unterschiedliche Aufgaben und sorgen gemeinsam für das Überleben ihres Volkes. Die Imkerei erfordert deshalb nicht nur Wissen und Erfahrung, sondern auch viel Verantwortungsbewusstsein und ein gutes Gespür für die Natur.
Die Mitglieder des Imkervereins gaben einen Einblick in die praktische Arbeit rund um die Bienenhaltung und machten deutlich, wie eng die Gesundheit der Bienenvölker mit den Bedingungen in unserer Umwelt verbunden ist.
Besonders anschaulich wurde dabei auch die Arbeit der Bienen an den Blüten: Auf ihren Sammelflügen nehmen sie Nektar und Pollen auf und übertragen dabei Blütenstaub von einer Pflanze zur nächsten.
Ohne Bienen keine reichhaltige Ernte
Ein besonders wichtiger Teil des Vortrags widmete sich der Bestäubungsleistung der Bienen. Zahlreiche Nutz- und Wildpflanzen sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen.
Damit leisten die Bienen einen enormen Beitrag zu funktionierenden Ökosystemen und zur landwirtschaftlichen Produktion. Obstbäume, Beerensträucher und viele andere Pflanzen profitieren unmittelbar von der Tätigkeit der Bestäuber.
Die gezeigten Beispiele machten deutlich, welchen Unterschied die Bestäubung für den Ertrag vieler Kulturpflanzen ausmachen kann. Damit wurde eindrucksvoll vor Augen geführt: Die wirtschaftliche Bedeutung der Bienen geht weit über den Wert des produzierten Honigs hinaus.
Honig ist längst nicht das einzige Bienenprodukt
Natürlich durfte auch das bekannteste Produkt der Bienen nicht fehlen: der Honig. Wir erfuhren auch, wie die Bienen Nektar sammeln und daraus das süße Naturprodukt entsteht.
Darüber hinaus stellen Bienen jedoch zahlreiche weitere wertvolle Produkte bereit. Vorgestellt wurden unter anderem:
- Bienenwachs, das unter anderem für Kerzen und zahlreiche weitere Produkte verwendet wird,
- Blütenpollen als eiweiß- und nährstoffreiches Bienenprodukt,
- Propolis, das die Bienen zum Schutz und zur Abdichtung ihres Bienenstocks einsetzen,
- Gelee Royale, der besondere Futtersaft für die Bienenkönigin,
- sowie verschiedene weitere Erzeugnisse und Produkte aus der Imkerei.
Auch ein Blick in die Ausstellung mit Honig, Wachs und weiteren Anschauungsobjekten zeigte, wie vielseitig die Leistungen eines Bienenvolkes sind.
Die Bienenweide – Nahrung für Bienen und andere Insekten
Ein weiterer Schwerpunkt des Vortrags war die Bienenweide. Für gesunde Bienenvölker ist ein ausreichendes und möglichst vielfältiges Angebot an Nektar und Pollen von großer Bedeutung.
Blühende Wiesen, Gärten, Hecken, Sträucher und Bäume können dazu beitragen, das Nahrungsangebot für Bienen und andere blütenbesuchende Insekten zu verbessern. Dabei kommt es insbesondere auf eine möglichst lange Blühperiode vom Frühjahr bis in den Herbst an.
Vorgestellt wurden zahlreiche geeignete Pflanzen – von Obstbäumen und Sträuchern über Stauden und Zwiebelgewächse bis hin zu Kräutern und Blumen.
Die Botschaft war eindeutig: Jeder kann etwas für Bienen und andere Insekten tun. Schon ein bienenfreundlicher Garten, eine blühende Ecke oder der Verzicht auf unnötige chemische Pflanzenschutzmittel kann einen Beitrag leisten.
Verantwortung für Natur und Artenvielfalt
Der Vortrag machte zugleich deutlich, dass die Zukunft der Bienen eng mit der Entwicklung unserer Kulturlandschaft verbunden ist. Monotone Landschaften und fehlende Blühangebote können das Nahrungsangebot für Insekten erheblich einschränken.
Umso wichtiger sind vielfältige Lebensräume, blühende Pflanzen und ein verantwortungsvoller Umgang mit unserer Natur.
Für die Mitglieder des Lions Club Eschwege war der Abend daher nicht nur informativ, sondern auch ein Anstoß, über den eigenen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt nachzudenken.
Ein engagierter Verein mit langer Tradition
Der Imkerverein Eschwege 1895 e. V. kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Mit viel Engagement vermitteln seine Mitglieder Wissen über Bienen und Imkerei und leisten damit zugleich einen wichtigen Beitrag für den Naturschutz und das Bewusstsein für die Bedeutung unserer heimischen Insektenwelt.
Die anschauliche Präsentation, die Ausstellungsstücke und die vielen Informationen machten den Vortrag zu einem besonders lebendigen Erlebnis. Man konnte dabei nicht nur viel über Honig und Bienenhaltung erfahren, sondern bekam einen umfassenden Einblick in das komplexe Zusammenspiel von Bienen, Pflanzen, Landwirtschaft und Natur.
Ein herzliches Dankeschön
Der Lions Club Eschwege bedankt sich herzlich beim Imkerverein Eschwege 1895 e. V. Und hier insbesondere bei Helmut Fischer und Thomas Krüger für den informativen, anschaulichen und sehr interessanten Einblick in die Welt der Bienen.
Der Abend hat eindrucksvoll gezeigt, dass die kleine Honigbiene eine ganz große Bedeutung besitzt. Wer Bienen schützt, schützt nicht nur ein faszinierendes Lebewesen, sondern trägt zugleich zum Erhalt unserer Pflanzenwelt, unserer Artenvielfalt und unserer Lebensgrundlagen bei.
Ein rundum gelungener Abend mit vielen interessanten Eindrücken – und sicherlich mit dem einen oder anderen neuen Blick auf die nächste Honigbiene, die uns im Garten oder auf einer Blumenwiese begegnet.
Und hier noch eine ganz besondere Information, die uns wirklich überrascht hat:
Der Schwänzeltanz – die faszinierende Sprache der Bienen
Ein besonders faszinierender Aspekt des Vortrags war die Kommunikation innerhalb des Bienenvolkes. Honigbienen verfügen über eine erstaunlich ausgeklügelte „Sprache“: den sogenannten Schwänzeltanz.
Hat eine Sammelbiene eine besonders ergiebige Futterquelle entdeckt, kehrt sie zum Bienenstock zurück und informiert ihre Artgenossinnen durch charakteristische Bewegungen. Sie läuft dabei zunächst ein kurzes Stück geradeaus und bewegt ihren Hinterleib – sie „schwänzelt“. Anschließend läuft sie in einem Bogen zurück und wiederholt den Ablauf.
Dabei vermittelt sie ihren Kolleginnen gleich mehrere wichtige Informationen:
- Die Richtung zur Futterquelle: Die Richtung des Tanzes orientiert sich an der Sonne. Der Winkel, den die Biene beim Schwänzellauf zur Senkrechten einnimmt, zeigt den anderen Bienen die Flugrichtung an.
- Die Entfernung: Je länger die Schwänzelphase dauert, desto weiter ist die Futterquelle ungefähr entfernt.
- Die Qualität der Futterquelle: Besonders ergiebige Nahrungsquellen werden durch intensiveren und wiederholten Tanz besonders attraktiv vermittelt.
Die anderen Bienen können die Tänzerin dabei mit ihren Fühlern und über den Körperkontakt wahrnehmen. Anschließend fliegen sie gezielt aus und suchen die beschriebene Futterquelle.
Besonders beeindruckend ist, dass sich die Bienen dabei an der Position der Sonne orientieren. Selbst wenn die Sonne hinter Wolken verborgen ist, können sie das polarisierte Licht wahrnehmen und sich dadurch weiterhin orientieren.
Der Schwänzeltanz ist damit ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie hochentwickelt die Kommunikation und Zusammenarbeit in einem Bienenvolk ist. Eine einzelne Biene entdeckt die Nahrung – durch den Tanz wird die Information an viele weitere Bienen weitergegeben. So wird aus der Leistung einer einzelnen Biene eine gemeinschaftliche Leistung des gesamten Bienenvolkes.
Für die Besucher des Lions Club Eschwege war gerade dieser Einblick in die „Sprache“ der Bienen ein besonders anschauliches Beispiel dafür, wie perfekt ein Bienenvolk als Gemeinschaft funktioniert.













